Deshalb TM (2): Einfachheit – Mehr Lassen als Tun

MeditierendeMeditation wird populärer, als effektive Anti-Stress-Maßnahme ebenso wie als Trainingsunterstützung à la BVB. Doch welche der vielen Meditationsmethoden ist die richtige für mich?

Eine Technik, die keine äußeren Hilfsmittel benötigt (siehe Folge 1) – keinen Yoga-Stuhl, keine spezielle Kleidung, keine CDs – und auch ohne spezielle Körper- und Fingerhaltungen auskommt, wäre da schon sehr praktisch. Alltagstauglich! Überall zu praktizieren!

Ebenso wichtig ist vielen Meditierenden aber auch: Sie wollen nicht wochen- und monatelang viel Zeit investieren müssen, »bis sich mal etwas tut«. Doch geht das?

Die meisten Meditierenden wünschen sich eine Technik, bei der sie nicht lange auf Ergebnisse hoffen müssen. Vielmehr wünschen sie sich eine Technik, die sofort und spürbar wirkt.

Nur positive Resultate motivieren uns, Zeit zu investieren. Und so geben viele Meditierenden ihre Übung nach einiger Zeit wieder auf: entweder, weil sie zu anstrengend ist oder weil sie selbst nach längerer Übung kaum spürbare, nachhaltig positive Wirkungen feststellen können.

»Ich wünsche mir, dass es von selber geht«

»Ich wünsche mir, dass es von selbst geht«: Das ist der Wunsch vieler Meditierender. Und sie haben damit sehr recht. Denn vergegenwärtigen wir uns: Meditation soll entspannen. Soll erholen. Meditation soll zur Ruhe, zur Stille führen. Und also soll sie einfach sein – statt uns erneut zu einer neuen Leistung zwingen. Und sei diese auch nur mental.

Einfachheit ist der Wunsch der überwältigenden Mehrheit derer, die gern das Meditieren lernen wollen.

Das spiegelt eine kleine Umfrage wieder, die ein Management-Portal im Jahr 2012 durchgeführt hatte. Beteiligt hatten sich 98 Personen. Ergebnis: 70 Prozent erwarten, dass Meditation ruhiger, gelassener, stressresistenter macht. 84 Prozent sogar sehen in der Meditation gerade deshalb einen Nutzen, weil sie – kein Leistungsdruck! keine Anstrengung! – in gesundem Gegensatz zum Business steht.

Die alte Technik der Transzendentalen Meditation kommt diesem Wunsch auf hervorragende Weise entgegen. Die wenigen technischen Anweisungen, die der Meditierende erhält, wenn er in einem Grundkurs TM erlernt, lösen einen natürlichen, angeborenen Mechanismus aus, in der Aufmerksamkeit des Meditierenden: nach innen, weg von der Oberfläche unserer normalen Gedankenwelt, hin zu subtileren, leiseren, stilleren Bereichen des Denkens. Bis der Meditierende schließlich ganz von selbst in den Bewusstseinszustand »ruhevoller Wachheit« hineinrutscht. Keine Gedanken mehr. Die Sinne sind zur Ruhe gekommen. Stille und Wachheit pur.

Der Aufwand? Null. Keinerlei Mühe. Nur Gewährenlassen. Zulassen. Das ist Transzendentale Meditation. Ein berühmter Ausspruch des Begründers dieser alten Technik, Maharishi Mahesh Yogi:

»Unschuldig sein ist die Technik Transzendentaler Meditation.«

In dieser Technik findet der Interessierte genau das, was er sucht: Statt krampfhaften Bemühens den Trick, wie man die innere Aktivität – Gedanken, Gefühle, Bilder, Wahrnehmungen – von selbst hineingleiten lassen kann in Schichten oder Bereiche gedanklicher Aktivität, in denen es stiller und stiller wird. Bis schließlich auch noch die letzten Spuren gedanklicher Aktivität überschritten, »transzendiert« werden und der Meditierende in völliger innerer Ruhe, aber wach, verharrt.

Nur das Mühelose erlaubt echte Entspannung

Solche tiefe Ruhe regeneriert dann tatsächlich ungemein: weil sie ohne Mühe zustande kam. Ohne Bemühung. Ohne Anstrengung. Transzendentale Meditation ist mehr ein gekonntes Lassen als ein wie immer geartetes Tun. Der TM-Meditierende ist im Wesentlichen nur Zeuge eines inneren Vorgangs, als dass er irgendwas tut. Sein einziger Job ist, diesen Prozess des »Eintauchens«, wie TM-Meditierende das gerne beschreiben, anzustoßen.

Maharishi benutzt hier gern das Bild des Tauchers: Wählt man den richtigen Winkel, taucht es sich von ganz allein.

Techniken hingegen, die den Meditierenden mit irgendwelchen Aufgaben oder bewusstem Erleben-Müssen beschäftigt halten, sind für diesen Zweck – Ruhe – ungeeignet. »Gehe achtsam über das Gras«, »Spüre das Chi in Dir«, »Bringe die Gedanken zur Ruhe«, »Spüre, wie Dein Atem geht«: All diese gut gemeinten Aufgaben sind in ihrer Durchführung enorm schwierig, halten den Geist an der Oberfläche des Denkens fest und verhindern sein Eintauchen, statt dass sie es fördern.

TM hingegen ist diejenige Technik, die jede Aktivität, jedes Tun während der Meditationssitzung zur Ruhe kommen lässt. Vollständig. Die körperlich-geistige Regeneration ist deshalb maximal, der Meditierende spürt von Anfang an einen Nutzen, er erholt sich optimal. Und so bleibt er gern dabei. »Endlich mal so gut wie nichts tun müssen!«  (jue)


 

Alle Folgen dieser Serie auf einen Blick:

(1) Voraussetzungslosigkeit: Es braucht nur einen Stuhl  (Sept. 2016)
(2) Einfachheit: Mehr Lassen als Tun  (Okt. 2016)
(3) Wirksamkeit: Erfolg motiviert
(4) Evidenz: Keine Einbildung
(5) Natürlichkeit: Werde, der Du bist
(6) Erfahrungsschatz: Nichts Selbstgebasteltes
(7) Freiheit statt Fremdbestimmung