Deshalb TM (5): Natürlichkeit

MeditierendeNatürlichkeit heißt: Jedem Menschen – ob alt oder jung, ob gebildet oder ungebildet – ist ein Mechanismus angeboren, über den Geist und Körper automatisch zu tiefer Ruhe finden: zu »ruhevoller Wachheit«. Der TM-Meditierende lernt, diesen Mechanismus zu nutzen. 

Beispiel Schlaf

Am Schlaf lässt sich gut veranschaulichen, was damit gemeint ist. Wir müssen nicht »lernen«, zu schlafen. Die »Technik«, mit deren Hilfe Geist und Körper in den Schlaf fallen, ist angeboren.

»Technik« heißt: Wir dunkeln den Raum ab, haben für angenehme Temperatur gesorgt und für frische Luft, wählen eine bequemes Bett, begeben uns in die Horizontale und schließen die Augen. Dann kommt der Schlaf von allein, das heißt: Das Wachbewusstsein wechselt fast von selbst in den Zustand des Schlafs. Auf natürliche Weise.

Der Zustand »ruhevoller Wachheit«

Sehr ähnlich, wenn wir den tiefen Zustand »ruhevoller Wachheit« erfahren wollen. Auch hier bedarf es nur einer einfachen Technik, mit deren Hilfe das Wachbewusstsein in diesen Zustand wechseln kann:

Man sitzt bequem (!), schließt die Augen und lenkt er die Aufmerksamkeit nach innen, auf eine einfache Silbe ohne Bedeutung: ein Wortklang (»Mantra«), der den Geist wachhält, aber die Tendenz hat, zu verklingen, bis er verschwindet und der Meditierende in reiner Wachheit ruht.

Der Yoga-Zustand tiefer Meditation

Das ist der Yoga-Zustand tiefer Meditation: dhyan im Sanskrit, der alten Sprache der Yoga-Literatur. Waches In-sich-selbst-Ruhen. Ein natürlicher Zustand geistig-körperlicher Ruhe, der nicht erlernt werden muss, weil wir ihn längst »können«. Gelernt werden muss nur die einfache Technik, die zu dieser Erfahrung ruhevoller Wachheit führt.

Welche Mantren, welche Klänge für dieses Verfahren geeignet sind, ist nicht trivial, denn Klänge haben Wirkungen, und in je stillere Bewusstseinsbereiche solch ein Klang führt, desto intensiver seine Wirkung. Die uralte Yoga-Lehre der vedischen Tradition hat die geeigneten Klänge identifiziert und das Wissen über ihre korrekte Anwendung seit Jahrtausenden bewahrt.

Eine Technik mit zwei Komponenten

So besteht die Technik Transzendentaler Meditation aus zwei Dingen: ein passendes, förderliches Mantra, und die Technik, wie man dieses Mantra richtig gebraucht. Beides erlernt der TM-Meditierende schon in der allerersten praktischen Unterrichtseinheit (»persönliche Unterweisung«).

Mit diesem Rüstzeug ausgestattet wechselt der Meditierende zweimal am Tag vom normalen, aktiven Wachzustand hinüber in den Zustand ruhevoller Wachheit – fast von selbst.

Zweimal 15 bis 20 Minuten am Tag und ein bequeme Sitzgelegenheit – mehr braucht es nicht. Den Rest erledigt die Natur: so, wie auch der Wechsel von Wachbewusstsein hin zum Schlaf ganz von selbst geschieht – natürlich. Dies gelingt selbst denjenigen mühelos, die mit Schlafen Probleme haben.

Maharishi Mahesh Yogi»Wo die Natur die Dinge ganz anstrengungslos von selbst vollbringt, da mischen wir uns am besten nicht ein.«
Maharishi Mahesh Yogi

So wird das Bild vollständig: Voraussetzungslosigkeit (Folge 1), Einfachheit (Folge 2) und Wirksamkeit (Folge 3): all das hängt unmittelbar von der Natürlichkeit einer Meditationstechnik ab.

Die nächste Folge beleuchtet die Yoga-Tradition des alten Indien, aus der diese Technik stammt: ein Plädoyer, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern klug zu nutzen, was den Test der Zeit schon längst bestanden hat.  (jue)


 

Alle Folgen dieser Serie auf einen Blick:

(1) Voraussetzungslosigkeit: Es braucht nur einen Stuhl  (Sept. 2016)
(2) Einfachheit: Mehr Lassen als Tun  (Okt. 2016)
(3) Wirksamkeit: Erfolg motiviert  (Dez. 2016)
(4) Evidenz: Keine Einbildung  (März 2017)
(5) Natürlichkeit: Werde, der du bist  (April 2017)
(6) Erfahrungsschatz: Nichts Selbstgebasteltes
(7) Freiheit statt Fremdbestimmung