Können Großgruppen Meditierender die Kriminalitätsrate senken?

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Auch die jüngste einer Reihe von Studien deutet darauf hin, dass große Gruppen, die das Fortgeschrittenenprogramm der Transzendentalen Meditation (»TM-Sidhis«), ausüben, soziale Gewalt reduzieren können.Ref.Dillbeck M. C. und Cavanaugh K. L., Institute of Science, Technology, and Public Policy, Maharishi University of Management. Societal violence and collective consciousness: Reduction of U.S. homicide and urban violent crime rates. SAGE open, 14. April 2016. DOI: 10.1177/2158244016637891

Im Fokus der US-amerikanischen Forschung stehen immer wieder die Jahre 2007 bis 2010: Damals gelang es in den USA, hinreichend große Gruppen zu bilden. Tötungsverbrechen gingen damals gegen den Trend bundesweit um insgesamt 21,2 % zurück; Gewaltverbrechen in 206 ausgesuchten Großstädten reduzierten sich um 18,5 %. Die Forscher schätzen, dass das 8157 Menschen das Leben gerettet hatte.

Effekte wurden vorausgesagt

Zuvor hatte man die Öffentlichkeit vorgewarnt: Wenn die sich bildenden Gruppen erst einmal die erforderliche Größe erreichen würden, wären genau diese Effekt zu erwarten – bundesweit. Als Richtgröße für einen landesweiten USA-Effekt hatten Forscher die »Quadratwurzel aus 1 % der Bevölkerung« errechnet. Das entspricht einer Gruppengröße von 1725 Personen, eine Zahl, die 2007 erreicht wurde und bis ins Jahr 2010 aufrechterhalten werden konnte.

soc-dillbeck-m-effekt-2016-04Die Studie wurde jetzt in SAGE Open Apr 2016, 6 (2) veröffentlicht. Diese Zeitschrift ist Mitglied im Komitee für Publikationsethik Committee on Publication Ethics (COPE).

Für die Sozialwissenschaften: eine neue Hypothese

Für die Sozialwissenschaften ergebe sich dadurch die Notwendigkeit einer neuen Hypothese: »Meditation reduziert in der Gesellschaft Stress und sorgt für wachsenden Zusammenhalt«, sagt der Hauptautor Michael Dillbeck. Offenbar gebe es tatsächlich einen »Feldeffekt des Bewusstseins«. Offenbar seien die Menschen unterschwellig miteinander über eine Art »Feld« verbunden. Je stärker dieses Feld belebt werde, desto größer insgesamt sein friedlicher und hamonisierender Einfluss.

Eine Hypothese, die erstmals 1960 aufgestellt worden war, von Maharishi Mahesh Yogi, der damals die Technik der Transzendentalen Meditation im Westen einzuführen begann. Erste Studien bestätigten diese Hypothese in den 1970er und 1980er Jahren: Städte, in denen 1 % der Bevölkerung Transzendentale Meditation ausübten, zeigten signifikante Verbesserungen positiver Trends.

Mit dem Fortgeschrittenenprogramm der TM (TM-Sidhis) verstärkte sich dieser Effekt um Größenordnungen: Nunmehr genügte schon die Zahl, die mit sich selbst multipliziert ein Prozent der Bevölkerung ergibt (Quadratwurzel aus 1 %).

In einschlägigen Fachjournalen sind bislang neun gutachtergeprüfte Studien, die insgesamt 14 Untersuchungen auswerten, veröffentlicht worden. Sie alle bestätigen diesen Effekt.

Strenge statistische Analyse

Die Autoren der neuen Studie benutzen ein ganzes Bündel diagnostischer Tests, um die Gültigkeit der statistischen Schlüsselannahmen zu überprüfen. Alternative Hypothesen zur Erklärung des beobachteten Phänomens erwiesen sich als nicht stichhaltig: Wirtschaftstrends, Inhaftierungsraten, Jahreszeitenzyklen, demographische Veränderungen, Polizeistrategien.

So war zum Beispiel während der schweren Rezession 2007 bis 2009 zu erwarten, dass Gewaltverbrechen signifikant zunehmen würden. Das Gegenteil war der Fall. Laut Aussagen eines führenden Experten für Kriminalität und Wirtschaft war dies das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass die Kriminalitätsrate während eines starken Konjunkturrückgangs nicht anstieg.

Siehe NBC News: Arbeitslosenrate steigt, aber Kriminalitätsrate sinkt: Was ist hier los? (3. Januar 2012). Die New York Times veröffentlichte einen ähnlichen Bericht im Jahr zuvor: Stetiger Rückgang von Schwerverbrechen verblüfft die Experten (23. Mai 2011). Die Washington Post berichtete zum ersten Mal über diese Neuigkeiten am 25. Mai 2010: Gewaltverbrechen in den USA rückläufig.

Wichtige Konsequenzen für die Verbrechensprävention

Die zahlreichen Studien zum Thema müssten endlich zu Konsequenzen führen in der Verbrechensprävention, meint Dr. Dillbeck. Das Experiment ließe sich jederzeit wiederholen, auch international: umso schneller, je größer die Unterstützung der Regierungen sei. Auf diese Weise könnten kriegerische und terroristische Tendenzen zurückgedrängt und der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder deutlich gestärkt werden. Forschung könnte eine Wiederholung dieses Experiments jederzeit begleiten.

Quelle:
Dillbeck M. C. und Cavanaugh K. L., Institute of Science, Technology, and Public Policy, Maharishi University of Management. Societal violence and collective consciousness: Reduction of U.S. homicide and urban violent crime rates. SAGE open, 14. April 2016. DOI: 10.1177/2158244016637891

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SAGE open ist ein sozialwissenschaftliches Online-Journal (Open Access).


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