Neue Studie: Strafgefangene befreien sich von Trauma-Symptomen mittels Transzendentaler Meditation

Eine neue Studie in zwei Gefängnissen des US-Bundesstaates Oregon bestätigt, dass Transzendentale Meditation Trauma bei Strafgefangenen wirksam reduziert. Untersucht wurden 181 Insassen aller Risikostufen. Per Zufallsauswahl lernten 90  Insassen Transzendentale Meditation. Im Vergleich zur nicht-meditierenden Kontrollgruppe erfuhren sie während der 4-monatigen Versuchszeit einen rund 45-prozentigen Rückgang ihrer Symptome: Angst, Depression, Wahrnehmungs- und Schlafstörungen.

Bei starker Traumasymptomatik war das Ergebnis noch deutlicher: Die Symptome reduzierten sich hier um durchschnittlich 56 Prozent.

Die im Permanente Journal veröffentlichte Studie gewinnt noch besondere Bedeutung durch eine weitere jüngste US-Studie, aus der hervorging, dass Strafgefangene die am stärksten traumatisierte Bevölkerungsgruppe überhaupt ist. 85 Prozent der Strafgefangenen sind selbst Kriminalitätsopfer: viermal häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt (die Zahlen beziehen sich auf die USA). Darunter zählen Raub, Einbruch, aber auch körperlicher und sexueller Missbrauch.

Strafgefangene, die unter Traumasymptome leiden, sind andererseits sehr viel häufiger rückfällig und zeigen vermehrt Störungen im Sozialverhalten sowie Probleme mit der psychischen und körperlichen Gesundheit. Außerdem schlagen bei ihnen Resozialisierungsangebote in der Vollzugsanstalt weniger an.

Dr. Sanford NidichDr. Stanford Nidich, Leiter der Studie, über den Grund, warum man Transzendentale Meditation als therapeutische Maßnahme ausgewählt hatte: »Soweit vorangegangene Studien veröffentlicht wurden, zeigen sie, dass Transzendentale Meditation die Übererregung des sympathischen Nervensystems sowie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse mindert. Beides ist zum Beispiel verantwortlich für die ›Kampf-oder-Flucht-Reaktion‹.«

»Wieder zum Menschen geworden«

Das Nervensystem arbeite gesünder, stabiler, und das könne erklären, warum die TM-Praxis die Traumasymptomatik verringere. TM-Meditierende reagierten deutlich weniger heftig auf Stress.

»Bei manchen, die schon eine lange Haftstrafe hinter sich hatten, konnte man regelrecht dabei zusehen, wie sie nach dem Erlernen von Transzendentaler Meditation wieder ein Mensch wurden. Vorher ging’s in die andere Richtung«, sagt Dr. Tom O’Connor, Assistenzprofessor für Strafrecht an der Western Oregon University und Koautor der Studie. »Transformationsprozesse, auf die wir so dringend angewiesen sind in unserem überlasteten und teuren Vollzugssystem, werden von TM in Gang gesetzt, vertieft und gefestigt.«

Weniger Traumasymptome bei Strafgefangenen durch die Technik der Transzendentalen Meditation – eine randomisierte kontrollierte StudieDr. Nidich ergänzt: »Im Moment ist die vorliegende Studie die größte randomisierte Kontrollstudie mit Transzendentaler Meditation bei Traumasymptomen. Gemeinsam mit den Ergebnissen, die bei Kriegsveteranen, aktivem Militär, Flüchtlingen und anderen Risikogruppen gewonnen werden konnten, bestätigt sie den Wert des Programms der Transzendentalen Meditation als alternative Behandlung bei posttraumatischen Belastungsstörungen.«

»Zu Hause angekommen«

Ein Studienteilnehmer beschreibt seine Erfahrung mit Transzendentaler Meditation so: »Seit 24 Jahren sitze ich hinter Gittern. Die meisten Dämonen aus meiner Vergangenheit hatte ich inzwischen im Griff, aber immer noch fühlte ich mich innerlich zerrissen. Dann bekam ich die Gelegenheit, TM zu erlernen. Und wie die Wochen verstrichen, begann sich dieses Zerrissenheitsgefühl in etwas Tieferes, Neues zu verwandeln. Eine Ruhe, die sich so natürlich anfühlt, dass ich das Gefühl bekomme, nun zu Hause angekommen zu sein. An einem Ort, wo die Dinge endlich Sinn machen und ich einfach glücklich sein kann. Die Schmerzen, die mein Leben ausmachten, sind nicht verschwunden. Aber es fühlt sich so an, als sei ich über sie hinausgewachsen.«


S. Nidich, et al. Reduced Trauma Symptoms and Perceived Stress in Male Prison Inmates through the Transcendental Meditation Program: A Randomized Controlled Trial. Permanente Journal, 2016;20(4):16-007. DOI: 10.7812/TPP/16-007