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Peter Lindbergh: Verabredung mit sich selbst

Vierzig Jahre lang schrieb Peter Lindbergh Fotografie- und Filmgeschichte, seit den Achtzigerjahren waren seine Arbeiten für die Modefotografie wegweisend, er drehte Filme mit Pina Bausch und Jeanne Moreau. Sein ganzes schöpferisches Leben war begleitet von regelmäßiger Meditation. Am 3. September 2019 starb er 74-jährig in Paris. Ein Nachruf.

Von Ulrich Bauhofer

Peter Lindbergh war eine Legende. In der Fotografie schuf und prägte er eine neue Epoche. Noch bedeutender aber ist: Er war der liebenswerteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Frei von allen Allüren, ausgestattet mit ungezwungener Freundlichkeit, mit spontaner Fröhlichkeit und natürlicher Herzlichkeit.

Im Nu und ohne jede Absicht eroberte er die Zuneigung all derer, die mit ihm in Berührung kamen. Er legte keinen Wert darauf zu beeindrucken – und er ließ sich nicht beeindrucken. Nie gab er seine Überzeugungen preis. Er war unbestechlich. Er blieb sich treu.

Peter Lindbergh richtete sich nicht nach der Meinung anderer, ihm ging es nicht um Ruhm oder Anerkennung. Deshalb vertraute ihm jeder, der vor seiner Kamera stand. Niemand zierte sich, und jeder zeigte sich in schlichter, unbefangener Echtheit. Allein das interessierte ihn an den Menschen.

»Der Weg, authentisch zu werden, war eigentlich nicht reflektiert, nicht gesucht, sondern total natürlich. Dadurch, dass man zweimal am Tag mit sich selbst in Berührung kommt, wird man immer mehr man selber. Ist doch logisch, dass das einen Effekt hat. Dadurch wird man authentischer.«

Das Geheimnis seiner Kreativität, seiner Energie und seines Erfolges führte er wesentlich auf eines zurück: auf seine tägliche Praxis tiefer Meditation. Mit ihrer Hilfe – er nutzte die Technik der Transzendentalen Meditation – drang er tief in sein Innerstes vor. Diese regelmäßige »Verabredung mit sich selbst«, in einer Zeit, die so äußerlich ist, war ihm heilig. »Die Meditation ist das Allerwichtigste, was ich im Leben gelernt habe.«

Peter Lindbergh war eine charismatische Persönlichkeit, eine große Seele, ein »Mahatma«, wie man in Indien sagt. Mit seiner unschuldigen Liebenswürdigkeit und Heiterkeit öffnete er die Herzen der Menschen.

Alle, die das Glück hatten, ihm zu begegnen, werden ihn nicht nur wegen seiner künstlerischen Genialität, sondern vor allem wegen seiner Menschlichkeit immer in kostbarer Erinnerung behalten.


In diesem Film aus dem Jahr 2018 blickt Peter Lindbergh auf die Anfänge seiner Karriere zurück – und beleuchtet die Rolle regelmäßiger Meditationspraxis für die Entwicklung natürlicher Authentizität.


Text: © Transzendentale Meditation Deutschland; Ulrich Bauhofer
Bild: © Pure Awareness Films


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