Für den US-Musikproduzenten Rick Rubin ist TM die vermutlich „tiefgreifendste Sache“ in seinem Leben

Die Red Hot Chili Peppers auf der Bühne bei einem Konzert

Star-Produzent Rick Rubin hat mit Musikgrößen wie den Red Hot Chili Peppers, Johnny Cash und Tom Petty gearbeitet. Doch eine seiner prägendsten Erfahrungen machte er bereits mit 14 Jahren: Damals erlernte er die Transzendentale Meditation. In einem Podcast-Interview erzählt er, wie die tägliche Meditationspraxis sein Leben, seine Kreativität und seinen Blick auf die Welt verändert hat.

Foto oben: Rick Rubin hatte mit den Red Hot Chili Peppers viele Nummer-eins-Hits. Foto: Sven Mandel, CC BY-SA 4.0

Der bekannte amerikanische Musikproduzent Rick Rubin setzt auf ein Klangwort – sein Mantra, das er als Teenager bei der Unterweisung in die TM erhalten hat. Er sagt in einem Podcast-Interview mit Steven Bartlett : „Ich habe mit 14 Jahren meditieren gelernt, und ich glaube, dass TM etwas ist, das mir im Leben Halt gibt.“ Rubin (Jahrgang 1963) im Podcast weiter: „Transzendentale Meditation. Das war die erste Form der Meditation, die ich mit 14 gelernt habe. Sie hat mich verändert. Ich weiß das, weil ich aufgehört habe zu meditieren, als ich aufs College ging. Als ich direkt nach dem College nach Kalifornien zog, habe ich wieder damit angefangen. Irgendwie wusste ich, dass das eine wichtige Entscheidung war, und irgendwie wusste ich auch, dass der richtige Moment dafür kommen würde. Es dauerte mehrere Monate, bis ich mich tatsächlich zur ersten Meditation hinsetzte, nachdem ich mehrere Jahre nicht meditiert hatte.“

„Oh, das ist mir sehr vertraut“

Rubin weiter. „Und bei dieser ersten Meditation merkte ich: Oh, das ist mir sehr vertraut. Das ist ein großer Teil dessen, wer ich bin, obwohl ich es seit fünf Jahren nicht mehr gemacht habe. Dass ich schon so jung damit anfangen konnte, prägt meine Sicht auf die Welt ganz wesentlich.“ Moderator Bartlett will dann wissen, was Rubin ohne diese Meditationspraxis heute wäre. Rubin antwortet: „Ich weiß es nicht . . . Ich bin froh, dass ich es nicht weiß, weil ich diese Praxis gerne in meinem Leben habe. Aber ob ich sie fortsetze oder nicht: Ich habe im Laufe meines Lebens so viel meditiert, dass dieser Zustand in mir verankert ist. Wenn ich mehr meditiere, wird er tiefer. Aber selbst wenn ich nicht meditiere, ist es so, wie Maharishi Mahesh Yogi, der Lehrer der Transzendentalen Meditation, sagt: Jedes Mal, wenn du meditierst, ist es, als würdest du Geld auf ein Bankkonto einzahlen. Es sammelt sich also an.“

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Der amerikanische Hitproduzent Rick Rubin im Interview. Copyright: The Diary Of A CEO / YouTube

„Man sieht über die Oberfläche hinaus“

„Früher waren das für mich nur Worte. Aber durch meine eigene Erfahrung konnte ich erkennen: Oh, das sind nicht bloß Worte. Ich habe das tatsächlich erlebt, und es hat meine Sicht auf die Welt verändert. Ich würde sagen: Man sieht über die Oberfläche hinaus. Man erkennt die Tiefe darunter. Und für mich sind die Dinge an der Oberfläche nicht besonders interessant. Mich interessiert die Tiefe, das, was dahinterliegt.“

„Meine beiden Zeitfenster“

Danach will Interviewer Bartlett mehr wissen: „Was ist eigentlich Transzendentale Meditation?“ Der Produzent, der mit vielen prominenten Musikern in den USA zusammengearbeitet hat und für viele Chart-Hits verantwortlich war, erläutert die Funktionsweise: „Es ist eine Mantra-Praxis, die man still ausübt. Man sitzt dabei mit geschlossenen Augen. Man lernt sie von einem TM-Lehrer. Ich kann sie dir nicht beibringen. Wir schließen die Augen, und das Mantra ist eine Klangschwingung, die man zugeteilt bekommt. Ich habe meines mit 14 bekommen. Seitdem habe ich es nie laut ausgesprochen. Ich habe es nie mit jemandem geteilt, und das gehört zur Schulung. Es ist gewissermaßen ein persönlicher Klang. Man beschäftigt sich mit diesem Klang auf die Weise, die einem beigebracht wird: 20 Minuten lang, mindestens einmal am Tag, normalerweise zweimal. Ich habe es direkt nach dem Aufwachen gemacht und dann noch einmal vor dem Abendessen. Das waren meine beiden Zeitfenster.“

Mit den Stars im Tonstudio meditieren

Rick Rubin hat in Tonstudios in Kalifornien mit Künstlern wie Tom Petty und Johnny Cash meditiert: „Das gehörte zu unserer gemeinsamen Praxis. Auch mit den Red Hot Chili Peppers haben wir uns vor den Aufnahmen hingesetzt und zusammen meditiert. Diese Erfahrung begleitet mich also schon lange, und sie ist . . . wahrscheinlich ist das die tiefgreifendste Sache, die ich nennen kann. Wir werden noch auf andere Dinge kommen, aber das ist etwas, das man lernen und praktisch anwenden kann und das wirklich verändert hat, wer ich bin.“

Tiefere Ebene der Kreativität

Woher wusste Rubin, dass die Meditation tatsächlich wirksam war, wollte Interviewer Bartlett darauf von ihm wissen: „Wieso ist sie den Zeitaufwand wert?“ Rick Rubin sagt: „Der einzige Beleg, den ich hatte, war, dass ich damit aufgehört und später wieder angefangen habe. Schon bei der ersten Meditation nach dieser Pause habe ich gemerkt, wie tief meine Verbindung dazu war.“ Demnach handle es sich wohl um eine tiefere Ebene, auch eine tiefere Ebene der Kreativität, vermutet Moderator Bartlett. „Von allem“, antwortet Rubin. Es handle sich um „ein tieferes Verständnis“. Der Interviewer bestätigt dies. Wenn er sich „mit einigen der großen kreativen Köpfe und Visionäre dieser Welt beschäftige – mit Menschen wie Steve Jobs, bei denen ich das Gefühl hatte, sie könnten auf ungewöhnliche Weise um die Ecke sehen –, dann steht sehr oft eine Meditationspraxis im Zentrum ihrer Genialität“. Er selber meditiere zwar derzeit nicht regelmäßig, jedoch seine Verlobte: „Sie sagt, dass es ihr eine tiefere Ruhe eröffnet … Sie sagt auch, dass sie sich stärker verbunden fühlt … Sie fühlt sich stärker mit dem Universum und mit anderen Menschen verbunden.“

Alltägliche Sorgen loslassen

Rick Rubin bestätigt: „Was das kreative Erleben angeht, ist eine spirituelle Verbindung ein großer Teil davon. So funktioniert es einfach. Es ist kein intellektueller Prozess. Es ist ein spiritueller Prozess.“ Bartlett weiter: „Welcher Mechanismus bewirkt diese Ergebnisse?“ Rubin fragt: „Aus biologischer Sicht? Das könnte ich dir nicht so beantworten, wie du es dir erhoffst. Aber ich würde sagen: Ich glaube, es ermöglicht dir, all die alltäglichen Sorgen loszulassen. Ich habe allerdings auch eine Frage: Wenn du mit einem Menschen zusammenlebst, der sagt, dass diese Praxis einen so großen Einfluss auf ihr Leben hat, frage ich mich, warum du es nicht zumindest einen Monat gemeinsam mit ihr ausprobiert hast?“ Auf diese Frage war der Moderator nicht gefasst und sagt scherzhaft: „Das ist eine großartige Frage. Du wirst mich damit ganz schön in Schwierigkeiten bringen.“

Info

Rick Rubin war am 21. September bei Steven Bartlett in „The Diary of a CEO“. Das lange Interview heißt „Rick Rubin: What Jay-Z Did in 30 Minutes Left Me Speechless!“ und dauert rund 2:46 Stunden. Um Transzendentale Meditation geht es bei Minute 20:54 , Kapitel 6. Rick Rubin hat eine breite Palette an Musik wie Hip-Hop, Rock und Metal produziert. Speziell aus seiner Zusammenarbeit mit den Red Hot Chili Peppers resultierten viele Nummer-eins-Hits.

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